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Lean-Wissen in die Organisation bringen

Lean lebt davon, dass Mitarbeiter auf allen Ebenen immer wieder die Prozesse und ihre Arbeit hinterfragen und gemeinsam daran arbeiten, diese zu verbessern. Das Ziel sind schlanke, reibungslos fließende sichere Prozesse, die dem Kunden genau das liefern (Zeit, Menge, Qualität), was der Kunde erwartet und die zugleich so kosteneffizient wie möglich sind. Der Weg dorthin führt über Kaizens, Workshops, in denen Mitarbeiter ggf. auch aus unterschiedlichen Bereichen unter Anleitung durch einen Moderator (~Advisor) an der Verbesserung von Prozessen arbeiten. Die Advisor führen das Team von der Problembeschreibung über die Ursachenidentifikation hin zur Lösungsfindung und unterstützen ggf. die Erprobung und Optimierung der Lösungen, bis diese „serienreif“ sind. Advisor sind damit die Gesprächspartner der Führungskräfte, wenn es um die Vorbereitung der Kaizen-Workshops geht. Sie werden ggf. von Champions unterstützt, die in den Einheiten bei der Vorbereitung und Durchführung von Kaizens unterstützen. Die Champion-Rolle ist der Einstieg in die kontunierliche Verbesserung und kann mittelfristig zum Pool für neue Advisor werden, wenn sich das Programm nach der initialen Einführungphase stabilisiert hat.

Advisor-Rolle als Karriereschritt positionieren

Im Rahmen der Einführung von Lean müssen diese Advisor ausgebildet werden. Idealerweise sind das Mitarbeiter aus den eigenen Reihen, die gut in der Organsation vernetzt sind, ein Interesse an Moderation und Prozessoptimierung haben und offen für etwas Neues sind. Ihre Ausbildung sollte auf mehrere Trainingseinheiten verteilt werden, verbunden mit Anwendung des jeweils gelernten und begleitendem Coaching durch einen erfahrenen Lean Master oder Master Black Belt. Es empfielt sich hier HR früh an Bord zu holen, da die Advisor eine eigene Job Family darstellen. Der bewußte Schritt von Mitarbeitern raus aus einer Linienrolle hinein in den Advisor-Pfad sollte innerhalb des Unternehmens eine deutliche Wertigkeit für die Karriere haben, mindestens aber mit der Möglichkeit zur Rückkehr in die frühere Rolle verbunden sein.

Führungskräfte müssen die Grundlagen kennen

Führungskräften kommt die Aufgabe zu, Kaizens zu initiieren, also Probleme zu identifizieren und Advisor einzubinden, um diese zu lösen. Dazu ist es erforderlich, dass sie einerseits ihre Rolle als Prozesseigener im Zyklus der kontinuierlichen Verbesserung kennen. Sie müssen den Ablauf eines Kaizen kennen, vom ersten Gespräch mit dem Advisor zum Abstecken des Rahmens bis hin zum Abschluss und der Lösungsimplementierung.

Hinter diesem scheinbar einfachen Ablauf steckt aber ein kultureller Wandel, den es ebenso zu vermitteln gilt. Führungskräfte sind einerseits nicht mehr die alleinigen Problemlöser. Probleme transparent zu machen und Hilfe bei deren Lösung anzufordern ist eine neue Herangehensweise, die akzeptiert und erlernt werden will. Mitarbeiter eng einzubinden, ihr Wissen über den Prozess zu nutzen ist ebenfalls eine Anpassung im Führungsverständnis. Jeden Tag nach Verbesserung zu streben, sich nicht mit dem Erreichen eines gesetzten Ziels zufrieden zu geben, ist vielleicht die größte Herausforderung, vor allem für Unternehmen, die Management by Objectives seit vielen Jahren praktizieren.

Ein zweiter Pfad der Wissensvermittlung muss deshalb das Führungsteam, die Kultur sowie die Rolle der Führungskräfte und Positionierung der Advisor addressieren.

 

Weiterführende Inhalte:

  1. Advisor Trainingscurriculum (Beispiel)
  2. Kultur als Ergebnis von Einstellung und Verhalten verstehen

Weitere Denkanstöße:

Fokus

Change

Tools

PD’s

Ziel