⇐ zurück

Mit Performance Dialogen Transparenz schaffen

Performance Dialoge sind ein Element des sogenannten Shopfloor Managements, bei dem Führungskräfte und Mitarbeiter für eine kurze Zeitspanne (typisch 10-12 Minuten zusammenkommen, um

  • an Hand von Kennzahlen die Performance in der letzten Schicht oder Periode zu besprechen,
  • Gründe für Abweichungen (positiv wie negativ) vom gesetzten Ziel zu diskutieren und zu identifizieren,
  • Probleme aufzunehmen und entsprechende Maßnahmen zu vereinbaren, sowie
  • vereinbarte Maßnahmen nachzuhalten.
Anders als klassische Briefings zu Beginn einer Schicht (Schichtbesprechnung) geht es nicht nur um die Verteilung von Aufgaben, sondern um die Einbeziehung der Mitarbeiter in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung. Der Gundgedanke ist, dass niemand besser über einen Prozess Bescheid weiss als die Mitarbeiter, die ihn täglich ausführen. Ihr Wissen über den Prozess zu nutzen, um Ansatzpunkte für Verbesserungen zu finden, ist das eigentliche Ziel. Dazu werden Kennzahlen gewählt, die durch Beschäftigten unmittelbar beeinflusst werden können und somit den Mitarbeitern einen Bezug zu ihrer täglichen Arbeit geben. Es wird also die Performance eines Prozesses, den die Mitarbeiter täglich erleben, im Bezug zu Zielen, die herausfordernd, aber ereichbar gewählt sind, diskutiert. Typischerweise werden Kennzahlen aus den Bereichen
  • Produktivität,
  • Qualität,
  • Kunde,
  • Kosten sowie
  • Mitarbeiter

auf einem Performance Board gezeigt und mit dem Team diskutiert, wobei weniger mehr ist. Vier bis sechs Kennzahlen sind für die produktive Ebene vollkommen ausreichend.

Dadurch ensteht zunächst einmal Transparenz. Jeder Mitarbeiter kennt die Performance des Teams und seinen bzw. ihren Beitrag dazu. Abweichungen werden frühzeitig sichtbar, womit sich eine wesentlich bessere Reaktionsmöglichkeit und damit bessere Steuerung ergibt. Probleme werden nicht erst am Ende eines Monats im Bericht des Controllers sichtbar, sondern bereits unmittelbar am nächsten Tag. Um diesen Vorteil vollständig nutzen zu können, werden Performance Dialoge als zeitlich verzahnte Kaskade in der gesamten Organisation verankert. Hierbei wird die bestehende Meetingstruktur zu Grunde gelegt und dort, wo es möglich ist, der PD integriert, um zu vermeiden, dass eine parallele oder zusätzliche Serie von Meetings entsteht.

Damit entsteht die Möglichkeit, Probleme, die nicht lokal gelöst werden können, schnell nach oben zu eskalieren. Wichtig ist bei diesem Ansatz, dass Probleme dann auch angenommen und wirklich gelöst werden. Performance Dialoge erzeugen so einerseits ein hohes Maß an Mitarbeitereinbindung und -enagement, andererseits werden sie zum Quell für Verbesserungsthemen.

Fazit:

Performance Dialoge sind ein mächtiges Werkzeug und zugleich ein idealer Startpunkt für eine Lean-Einführung. Aber auch hier gilt, sie nicht als solitäres Element zu sehen und wie ein Projekt mit Anfang und Ende zu behandeln. Performance Dialoge müssen zur selbstverständlichen Routine werden, zu echten Dialoge zwischen Führungskräften und Mitarbeitern werden und durch das sichtbar machen von Problemen zur kontinuierlichen Verbesserung beitragen.

Weiterführende Artikel:

  • Performance Dialoge für strategische Funktionen gestalten (Blog-Beitrag)

Weitere Denkanstöße:

Fokus

Wissen in die Organisation bringen

Wissen

Change

Tools

Ziel